Mömlingen - Das Tor zum Odenwald. Umrahmt von den bewaldeten Höhen des nördlichen
Odenwaldes, eingebettet im idyllischen Tal der Mömling, liegt unweit der
bayerisch-hessischen Landesgrenze die heute 5000 Einwohner zählende Gemeinde
Mömlingen. Die Bundesstraße 426 erschließt von hier aus in westlicher
Richtung die herrliche Landschaft des Odenwaldes, weshalb Mömlingen auch das
"Tor zum Odenwald" genannt wird.
Der Ursprung Mömlingens reicht weit zurück in die
fränkische Zeit. Erste urkundliche Erwähnungen finden sich bereits um das
Jahr 800. Durch eine Schenkung Kaiser Heinrich II. gehörte Mömlingen ab 1024
zum Reichskloster Fulda und ab 1278 zum Erzbistum Mainz. In Urkunden des 13.
bis 15. Jahrhunderts finden sich viele Angehörige einer adeligen Familie
"von Mimelingen", meist Geistliche und Centgrafen. Eine bedeutende
Rolle als Gerichts- und Grundherren spielten im Mittelalter die Herren auf der
nahen Burg Breuberg.
An Mainz und die Breuberger erinnern noch die Bestandteile
des Gemeindewappens. Für Wertheim stehen die drei silbernen heraldischen
Rosen, für Erbach die beiden weißen Sterne und das Mainzer Rad wegen der
historischen Bedeutung von Kurmainz. Im Jahre 1814 kam Mömlingen zum
Königreich Bayern.
Mit dem Namen Mömlingen kann man den weltberühmten Maler
Hans Memling in Verbindung bringen. Er war ein berühmter Maler des 15.
Jahrhunderts und seine Werke, meist Darstellungen der thronenden Madonna, sind
heute in den bekanntesten Gemäldegalerien der Welt zu finden. Ursprünglich
vermutete man Mömlingen als Geburtsort, weil der Familienname auch Momeling
und Momlinger geschrieben wurde. Aber die neuere historische Forschung ist
sich sicher, daß die Vorfahren des Malers in Mömlingen ihre Heimat hatten,
Geburtsort ist Seligenstadt. Den Namen findet man heute in einer
Straßenbezeichnung und auch die örtliche Grund- und Hauptschule ist nach dem
Künstler benannt.
Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts brachten neben der
Landwirtschaft die beachtlichen Sandsteinvorkommen der Mömlinger Bevölkerung
Arbeit und Einkommen. Mömlinger Sandstein wurde besonders nach dem 2.
Weltkrieg in bedeutenden Bauwerken der näheren und weiteren Umgebung
verarbeitet.
Das Aufkommen neuer und moderner Baustoffe verdrängte
diesen für Mömlingen bedeutsamen Erwerbszweig immer mehr. Dafür gewann die
Bekleidungsindustrie zunehmend an Bedeutung. Aus anfänglich vielen kleinen
Heimschneiderwerkstätten entwickelte sich eine leistungsfähige und
bedeutende Industrie, die insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg an der
sprunghaften Entwicklung Mömlingens maßgeblichen Anteil hatte.
Kleiderfabriken mit Hunderten von Beschäftigten und
angegliederten Verkaufsgeschäften prägten das Bild weithin bekannter
Versorger im Bereich der Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung. Daneben
wuchsen zahlreiche Handwerks- und Handelsbetriebe, insbesondere im Baustoff-,
Holz-, Kunststoff- und Metallbe- und –verarbeitenden Bereich.
Leider hat der Rückgang in der Bekleidungsfertigung am
Ort, dem allgemeinen Trend folgend durch die Verlagerung ins Ausland, den
Wegfall vieler Arbeitsplätze mit sich gebracht.
Durch die Ausweisung von Gewerbeflächen, zuletzt durch ein
größeres Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Höchst i. Odw. direkt an der
B 426 gelegen, wurde es möglich, neue Produktions- und
Dienstleistungsbetriebe anzusiedeln, insbesondere im Bereich der Metall- und
Kunststofftechnik. Bis zum endgültigen Ausbau der zwischenzeitlich
produzierenden Betriebe werden 150 bis 200 neue Arbeitsplätze zu verzeichnen
sein. Noch freie Gewerbe- und Mischgebietsflächen befinden sich teilweise in
Gemeinde- und in Privatbesitz. Erweiterungen oder Neuausweisungen von
Gewerbebauland stößt durch schwierige Geländestrukturen oder
Trinkwasserschutzgebiete schnell an ihre Grenzen. Die bestehende Nachfrage
kann deshalb nur eingeschränkt befriedigt werden. Es werden verstärkt
Anstrengungen unternommen werden müssen, freie Flächen im Gemeindegebiet zu
nutzen.
Zwischen den Gewerbetreibenden, federführend vertreten
durch den Gewerbeverein, und der Gemeindeverwaltung herrscht ein gutes Klima.
Für die Sorgen und Probleme findet sich immer ein offenes Ohr in der
Gemeindeführung. Besondere Beachtung findet augenblicklich der bedauerliche
Rückgang des Einzelhandels im Ortskern. Zahlreiche Ladengeschäfte stehen
leer und die Gemeindeverwaltung wird besonders im Zuge der laufenden
Ortskernsanierung alle Möglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung und
Neuansiedlung von Handelsgeschäften ausschöpfen.
Zu Großveranstaltungen haben sich die, mittlerweile unter
der Regie des Gewerbevereins, jährlich stattfindenden Märkte mit
verkaufsoffenen Geschäften im Frühjahr und Herbst entwickelt. Den gleichen
Aufwärtstrend verzeichnet der seit dem vergangenen Jahr veranstaltete
Adventsmarkt. Diese Veranstaltungen locken Tausende von stets zufriedenen
Besuchern und Kunden an.
Für die Besucher präsentiert sich Mömlingen mehr und
mehr als eine attraktive und
liebenswerte
Wohngemeinde, abseits vom geschäftigen Trubel der großen Zentren, die aber
durch gute Verkehrsanbindungen leicht und schnell erreichbar sind. Im Zuge der
Gebietsreform konnte sich Mömlingen als Kleinzentrum behaupten und verfügt
über alle wichtigen Einrichtungen eines zeitgemäßen, modernen Gemeinwesens.
Trotz aller Aufgeschlossenheit für das Moderne werden auch Traditionen
gewahrt und gepflegt. Sport, Spiel und Geselligkeit werden in Mömlingen groß
geschrieben. Zahlreiche Vereine stehen Neubürgern offen gegenüber und bieten
vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Kulturelle und festliche
Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit bereichern das Angebot. Die Kultur- und
Sporthalle mit einer neu erbauten Kegelsportanlage, ist unverzichtbar für die
sporttreibenden Vereine. Sie wird derzeit umfassend renoviert, modernisiert
und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Zeugnisse der Geschichte der Gemeinde Mömlingen,
wirklichkeitsnah dargestellt in der Einrichtung von ehemaligen Klassenzimmern,
Wohnräumen und mit Ausstellungen zum Leben und zur Arbeitswelt unserer
Vorfahren, werden im Heimatmuseum im Bürgerhaus "Alte Schule"
präsentiert. Dieses Gebäude, in dem früher die "Knabenschule"
untergebracht war, wurde nach einem aufwendigen Um- und Ausbau im Jahr 1997
seiner Bestimmung übergeben. Darin untergebracht sind das schon erwähnte
Heimatmuseum, Übungsräume für die Musik- und Gesangvereine, ein
Veranstaltungsraum für die Bevölkerung und die Vereine, ein Jugendkeller und
Lagerräume für den Vereinsring.
Mömlingen liegt im Naturpark Bayerischer Odenwald an der
Deutschen Ferienstraße Alpen-Ostsee. Erholungssuchende finden in weit
ausgedehnten Laub- und Nadelwäldern Ruhe und Erholung. Wanderwege bieten
nicht nur Gelegenheit zur Bewegung in sauberer Luft sondern erschließen auch
immer neue Ausblicke auf die Täler und Höhen von Odenwald und Spessart, an
manchen Tagen bis zu den Ausläufern des Taunus.
Sehenswert ist die Barockkirche "St. Martin" aus
den Jahren 1774-77, als Kontrast hierzu direkt daneben die katholische
Pfarrkirche "Corpus Domini", ein hervorragendes Beispiel moderner
Kirchenbaukunst erbaut in den Jahren 1961-63. Auch auf dem Platz zwischen den
beiden Kirchen findet der geschichtlich Interessierte Außergewöhnliches. Es
sind dies mehrere römische Göttersteine, geborgen aus dem Fundament der
St.-Martins-Kirche, sowie eine Anlage mit historischen Grenzsteinen.
Für das leibliche Wohl der Besucher sorgt mit heimischen
und internationalen Spezialitäten eine allen Wünschen gerecht werdende
Gastronomie. Seien Sie willkommen in Mömlingen.